EHC Timmendorf


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Beitrag Di 5. Jan 2016, 21:56

EHC Timmendorf

Eishockey in Timmendorf
Wo der Videowürfel eine Discokugel ist
Der einzige Eishockey-Club Schleswig-Holsteins muss in der Oberliga um den Klassenerhalt kämpfen und das in einer völlig veralteten Halle.

Ein paar Verrückte“ wollten ein Eishockey-Team aufbauen: Hans Meyer, Vorsitzender des EHC, in der Halle aus den 80ern.
TIMMENDORF taz | Eigentlich fehlt ein kleiner Zusatz auf der Eintrittskarte. „Zeitreise inklusive“ hätte als Aufdruck auf dem Ticket seine Berechtigung. Wer sich ein Heimspiel des einzigen schleswig-holsteinischen Eishockey-Vereins, ETC Timmendorfer Strand, ansieht, fühlt sich beim Betreten des Eissport- und Tenniszentrums in die späten 80er oder frühen 90er versetzt. Wo bei den Klubs der Deutschen Eishockey Liga (DEL) schon mal Videowürfel über dem Eis hängen, baumelt beim ostholsteinischen Oberliga-Vertreter eine Discokugel von der Decke herab.
Auch die Einlaufchoreografie für die Mannschaften passt eher in die Rubrik: Das Beste aus den Achtzigern. Rot, blau, lila, gelb und grün flackern abwechselnd Discolichter auf, wenn die Spieler der drittklassigen Teams auf die Eisfläche hinausfahren. Die „Pistenbar“ preist ihre Currywurst mit Pommes an. Und aus der anderen Ecke, jenseits der harten und harzigen Holzbänke für die Mannschaften, weht der Duft warmer Crepes herüber. Aus einem Tiroler-Holzhäuschen, das gerade drei Meter Abstand zur zerkratzten Plexiglasscheibe am Spielfeldrand hat, werden Getränke der eher zweckmäßigen Art ausgeschenkt.

„Ach, damals“ seufzen sie
Die gute alte Zeit ist hier allgegenwärtig. Vor allem der Gedanke an die 90er-Jahre lässt so manchen EHC-Fan, von denen in dieser schwierigen Saison stets rund 500 zu den Heimspielen kommen, wehmütig seufzen. „Ach, damals“, heißt es. Und dann wird von den früheren Heldentaten der Beach Boys erzählt, wie sich der sportliche Stolz des Ostseebades Timmendorf nennt. „Das waren andere Zeiten, gute, erfolgreichere“, sagt Helmut Mann, der seit 23 Jahren zu den Spielen des Teams geht. Sein Kumpel Andre Suck nickt. Beide nehmen einen Schluck aus ihren Biergläsern, während sie aus der „Pistenbar“ versonnen auf das Eis blicken.
Hinter ihnen hängen Zeitungsausschnitte: „Timmendorf im Aufstiegs-Taumel“ heißt es dort. Die Gegenwart sieht nüchterner aus
Hinter ihnen hängen Zeitungsausschnitte an der Wand. „Timmendorf im Aufstiegs-Taumel“ heißt es dort. Oder „1600 glücklich – We are the champs.“ Die Gegenwart sieht nüchterner aus – und auch das hängt mit jener Zeit zusammen, in der alles scheinbar so prächtig gelaufen ist.
Schon damals war nicht alles eitel Sonnenschein bei dem Verein, der nur wegen des Tourismus entstanden ist. Eine Hotelketten-Gruppe baute Anfang der 80er die Halle. „Es ging darum, die Saison zu verlängern. Die Gäste sollten gewissermaßen vom Strand in die Eishalle wechseln. Aber das lief nicht“, sagt der EHC-Vorsitzende Hans Meyer. Die Eislaufhalle stand bald vor der Schließung und da übernahm die Gemeinde sie. „Ein paar Verrückte“, wie der 57-Jährige es formuliert, hatten es sich 1985 zum Ziel gesetzt, ein Eishockey-Team aufzubauen.
Das funktionierte zunächst besser als gedacht. Erfolgreiche Jahre in der Oberliga und der 1. Liga Nord folgten. Möglich gemacht wurde dies durch das Sponsoring eines Fisch- und Feinkostunternehmens. 1994 hätte der damalige ETC theoretisch sogar in der DEL antreten dürfen. Wegen der geringen Zuschauerkapazität wurde aber darauf verzichtet. Als der Großsponsor keine Lust mehr hatte, folgte die erste Insolvenz, in der Saison 2005/06 unter dem Namen EC Timmendorfer Strand die zweite.
In der aktuellen Spielzeit müssen die Ostholsteiner um den Klassenerhalt in der Oberliga Nord bangen. Immer präsent ist auch die bange Frage, ob das Geld reicht. „Wir reizen das Budget so aus, dass wir durch die Saison kommen“, sagt Meyer, der als Berufsschullehrer arbeitet. „Es liegt bei etwas mehr als 150.000 Euro. Im Liga-Vergleich gehören wir damit zu den Bescheideneren.“
Dementsprechend ist die Mannschaft aufgestellt. „95 Prozent der Spieler sind voll berufstätig. Mehr ist da einfach nicht möglich“, sagt der 40-jährige Coach Martin Williams. Die Spieler kommen überwiegend aus der Region, zweimal in der Woche wird abends trainiert. Ablösesummen sind illusorisch, richtige Gehälter auch. „Wir versuchen, junge Spieler über eine Ausbildung für drei Jahre zu binden“, sagt Williams, der sich bis eine Viertelstunde vor dem Anpfiff gegen die Rostock Piranhas (5:7) Zeit für das Gespräch nimmt. Die meisten seiner Spieler kurven auf 400-Euro-Basis über das Eis.
Seit dieser Saison geht es zu Liga-Spielen sogar bis in die Niederlande. Die Tilburg Trappers nehmen aufgrund einer Ausnahmegenehmigung an der deutschen Oberliga teil. Sportlich ist das zwar reizvoll, zeitlich und finanziell aber aufwändig. Schon jedes Heimspiel schlägt mit allem Drumherum mit 1.500 Euro zu Buche. 800 Euro beträgt allein die Miete der Halle, die stets bis eine Stunde vor dem Eröffnungsbully noch für Gäste zum Schlittschuhlaufen geöffnet ist.
Es bleibt immer die Frage, wie es weitergeht für den Verein, der für Greg Poss einst eine frühe Station auf dem Weg zum deutschen Bundestrainer (2004 bis 2005) war und bei dem Wyatt Russell, der Sohn der US-Schauspieler Goldie Hawn und Kurt Russell, vor sieben Jahren das Tor hütete. „Wir sind seit Längerem im Gespräch mit der Gemeinde über eine Modernisierung der Halle. Wenn die kommt, wird es uns noch lange geben“, sagt Meyer. Williams sieht das ähnlich: „Wenn man sich in ganz Deutschland mal alle Vereine anschaut, ist man mit zwei Pleiten gar nicht so schlecht aufgestellt. Ich hoffe, dass es nie wieder eine Pleite geben wird. Solange es eine Eishalle in Timmendorf gibt, wird es auch Eishockey hier geben.“
Auch Bürgermeisterin Hatice Kara (SPD) betont, dass nicht der Verein das Problem sei, sondern die Eishalle. „Das Objekt ist in die Jahre gekommen. Es sei aber der erklärte Wille der Gemeinde, den Eishockeysport hier aufrechtzuerhalten. Es wird eine Herkulesaufgabe“, sagt Kara. Vieles scheint möglich – von der Modernisierung, wie sie der EHC anstrebt – bis hin zu einem Neubau. Ein solcher dürfte 7,5 Millionen Euro kosten und wäre ohne Geldgeber aus der Wirtschaft nicht zu stemmen.
„Wir sind ganz am Anfang einer Entscheidungsfindung und müssen sehen, was geht“, sagt Kara. Die Perspektiven für die Beach Boys wird bei einem Klassenerhalt der Oberliga wohl besser sein, als es noch bis vor einigen Jahren ausgesehen hatte. Die Zeitreise könnte also in die Zukunft gehen.

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Beitrag Di 5. Jan 2016, 22:01

Re: EHC Timmendorf

EHCT: Williams spricht Klartext und ist guter Dinge


EHCT: Williams spricht Klartext und ist guter Dinge
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Timmendorfer Strand – Im Grunde ist der EHC Timmendorfer Strand im Soll. Rang 13 steht aktuell zu Buche, dieser Rang würde den Klassenerhalt bedeuten und dazu führen, dass die Beach Boys auch im kommenden Jahr weiter drittklassiges Eishockey spielen würden. Allerdings könnten die Timmendorfer besser da stehen, doch die vielen Verletzungen und der knappe Kader zehren an den Kräften, was sich auch in den Ergebnissen wieder spiegelt. Auch erste Kritik an einzelnen Spielern wird laut. Doch Trainer Martin Williams ist weiter guter Dinge, was den Klassenerhalt angeht und stellt sich vor seine Mannschaft.

„Zwei Siege gegen den HSV wären natürlich schön gewesen, gerade wenn man die Ergebnisse der Anderen betrachtet, wäre das reines Gold gewesen“, meint der Timmendorfer Coach, denn mit sechs Punkten hätten die Beach Boys den Vorsprung auf Rang 14 auf zehn Punkte vergrößert und wären selbst auf Rang zwölf geklettert. „Hätte, wäre, wenn....es ist nun mal wie es ist“, meint Williams und blickt dabei voraus: „Wir müssen die Spiele in Berlin, die Heimspiele gegen die beiden Hamburger Teams und Erfurt gewinnen, dann haben wir alles selbst in der Hand. Und auch das Braunlage-Wochenende wird wegweisend sein.“

Der kleine Kader macht Williams weiter große Sorgen. Christian Herrmann ist zwar wieder ins Training eingestiegen, wird aber wohl frühestens am übernächsten Wochenende in den Spielbetrieb einsteigen können. Patrick Saggau (Wirbelverletzung) wird wohl in den kommenden Tagen zumindest auf das Eis zurückkehren, für Victor Engert (Schulter) und Jesper Delfs (Studium) ist die Saison wohl beendet, auch wenn „Jessy“ zugesagt hat, dass er spielen wird, sofern Not am Mann ist und das Studium der Zahnmedizin es zulässt. Zusätzlich zu diesen Vier kommen immer wieder kleinere Wehwehchen und Krankheiten wie zuletzt bei Thorben Saggau, Kenneth Schnabel, Robert Busche oder Moritz Meyer. „Im Grunde habe ich nur drei oder vier Feldspieler, die hundertprozentig fit und austrainiert sind. Der Rest hat durch Verletzungen immer wieder was verpasst, muss aber quasi sofort auf das Eis“, sagt Williams, der selbst derzeit mit einem Muskelfaserriss spielt: „Ich gehöre so eigentlich nicht auf das Eis, aber so lange ich etwas laufen kann, werde ich spielen und den Jungs helfen.“

Da ist es irgendwie unpassend, dass nun die Kritik an einzelnen Spielern immer lauter wird. Vor allem Kapitän Marcus Klupp steht im Zentrum der Kritik, wenn auch (noch) hinter vorgehaltener Hand. Und ungewohnte Fehler, wie sein Fehlpass vor dem 3:3-Ausgleich des HSV am letzten Mittwoch, bieten da natürlich zusätzliche Munition. Williams nimmt seinen Kapitän allerdings in Schutz: „Natürlich ist das „Kluppers“ Fehler, aber er geht genau wie der Rest auf dem Zahnfleisch. Er reißt jedes Spiel um die 40 Minuten Eiszeit ab, ackert und kämpft – da ist doch klar, dass irgendwann die Kraft nach lässt und der Kopf leer ist. Was erwarten wir denn, gerade von einem 37-Jährigen?“
Unrecht hat der Timmendorfer Trainer damit nicht. Zwar wird die Eiszeit in der Oberliga Nord nicht gemessen, doch Klupp steht auf Grund der knappen Verteidiger-Situation quasi ständig auf dem Eis, so dass es desöfteren auch gerne mehr als 40 Minuten sind. Zum Vergleich: in der NHL sind rund 30 Minuten viel Eiszeit für einen Verteidiger. Entlastung für den Kapitän tut also Not.

Noch schärfer war die Kritik an Thorben Saggau. Ein Fan hatte den Center nach der Pressekonferenz am vergangenen Mittwoch als unmotiviert und als „Spieler, der nie da ist wenn man ihn braucht“ bezeichnet. Williams hatte den Angriff mit dem Hinweis auf Saggaus Krankschreibung souverän abgewehrt, wurde aber im Gespräch mit HL-SPORTS sehr deutlich: „So eine Äußerung gegenüber einem Spieler, der nicht da ist, weil er erkrankt das Bett hütet, geht gar nicht. Natürlich hat Thorben aus beruflichen Gründen viele Spiele verpasst, natürlich hätte ich ihn gern immer im Team, aber er hat von Anfang an mit offenen Karten gespielt und gesagt, dass er nicht immer da sein kann. Das ist für die Mannschaft und für mich in Ordnung, zumal er seine Leistung bringt und sich offensiv wie defensiv den Allerwertesten aufreißt.“

Es gärt also in Williams, dennoch blickt „OJ“ nach vorne und ist guter Dinge: „Die Mannschaft hat genug Qualität, wir brauchen aber Verstärkungen, um die Jungs zu entlasten und nicht zu verheizen.“ Nach HL-SPORTS-Informationen sollen Spielern Angebote vorgelegt worden sein, allerdings gibt es bisher weder Zu- noch Absagen. Unabhängig davon, ob es neue Beach Boys gibt, ist sich der Trainer sicher: „Wir schaffen den Klassenerhalt!“

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Beitrag Do 11. Feb 2016, 09:33

Re: EHC Timmendorf

Paukenschlag beim EHCT: Williams nicht mehr Trainer


Timmendorfer Strand – Es ist ein Paukenschlag vier Wochen vor Saisonende: Eishockey Oberligist EHC Timmendorfer Strand trennt sich mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer Martin Williams und stellt diesen frei. Bereits am Sonntag im Heimspiel gegen die Hannover Scorpions wird ein neuer Mann an der Bande steht. Wer das sein wird, steht aktuell noch nicht fest.

Vor allem sportliche Gründe gaben den Ausschlag, dass sich der EHCT von Williams trennen musste. Vor knapp drei Wochen sah es sportlich noch sehr gut aus, die Beach Boys hatten nach den Heimsiegen gegen Erfurt und Rostock die Chance, den Klassenerhalt vergleichsweise schnell und locker perfekt zu machen. Doch nach fünf Spielen mit nur einem Punkt, Niederlagen gegen die direkten Konkurrenten aus Braunlage und Berlin sowie teilweise indiskutablen Leistungen ist die Stimmung beim Vorstand und auch bei den Anhängern gekippt. „Die Mannschaft spielt gegen den Trainer“ - das war eine Aussage der mitgereisten Fans beim Spiel in Berlin.
Dort war Williams nicht dabei, er hatte sich kurz vor Abfahrt des Mannschaftsbusses am Sonntagmorgen krank gemeldet. Nun zog der EHCT die Reißleine und stellte den 40-Jährigen frei.

Als Nachwuchskoordinator und -trainer wird Williams aber weiter im Amt bleiben, darauf einigten sich der geschäftsführende Vorstand, der Jugendvorstand und „OJ" selbst. Ein neuer Trainer soll auf jeden Fall vor dem Heimspiel gegen die Scorpions vorgestellt werden.

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Beitrag Fr 12. Feb 2016, 08:33

Re: EHC Timmendorf

Trainerwechsel beim EHC Timmendorfer Strand - Bartkevics für Williams

(OLN) Nach dem durchwachsenen Saisonverlauf haben die Verantwortlichen des Nord-Oberligisten EHC Timmendorfer Strand reagiert und eine personelle Entscheidung getroffen. Trainer Martin Williams wurde von seinen Aufgaben entbunden. Ein neuer Trainer wurde mit Andris Bartkevics schnell gefunden.

Der 56-jährige Lette ist an der Ostsee längst kein Unbekannter mehr. Bereits in der Saison 2011/2012 stand Bartekvics an der Bande der Beach Boys. In den vergangenen fünf Jahren war er beim Hamburger SV tätig.

Derzeit belegt der EHC Timmendorfer Strand Rang 13 von 18 der Oberliga Nord.

IHP

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Beitrag So 6. Nov 2016, 19:32

Re: EHC Timmendorf

Kampf fürs Timmendorfer ETC nimmt Fahrt auf
Jetzt steht der Termin fest: Am Sonntag, 26. Februar 2017, sollen die Einwohner der Gemeinde Timmendorfer Strand darüber abstimmen, ob das Eissport- und Tenniscentrum (ETC) saniert wird oder nicht.

Gute Nachwuchsarbeit und spannende Spiele soll es nach dem Willen der ETC-Fans auch künftig in Timmendorfer Strand geben.



Timmendorfer Strand. Die betroffenen Vereine, der EHCT und der NTSV Strand 08, rühren eifrig die Werbetrommel für den Erhalt des ETC, gehen mit diversen Ideen und Aktionen an den Start und bekommen viel Zuspruch weit über Schleswig-Holstein hinaus.
ABSTIMMUNG 2004: 74 PROZENT FÜR DEN ERHALT

Über den Erhalt des ETC haben die Timmendorfer 2004 schon einmal abgestimmt. Vorausgegangen war eine Entscheidung der Gemeindevertretung, die Halle zu schließen und möglicherweise abreißen zu lassen. Die Aktiven vom damaligen Verein ECT aber setzten einen Bürgerentscheid durch. 39 Prozent der Timmendorfer beteiligten sich, 74 Prozent stimmten für den Erhalt.
„Wir haben am Dienstag einen Termin bei der Gemeinde und können einen Einblick in die Kostenaufstellung des Architekten bekommen“, sagt Dennis Sauerbrei, verantwortlich für das Marketing der Eishockey-Oberligamannschaft „Beach Boys“. „Wir wollen die Bürger darüber aufklären, wie die Sanierung ablaufen wird und dass da kein Wellness-Tempel für die Spieler entsteht“, erklärt er. 6,8
Millionen Euro müsste die Gemeinde für das ETC aufbringen. Von den 8864 wahlberechtigten Timmendorfern müssten mindestens 20 Prozent (1773) an dem Bürgerentscheid teilnehmen und mindestens 887 für den Erhalt des ETC stimmen – ansonsten verlieren die „Beach Boys“ sowie 400 weitere Eishockey- und Tennisspieler ihre Sportstätten. Der Bürgerentscheid selbst kostet die Gemeinde 20000 Euro.
Mitte November würden die Vereine zu einem ersten Informationsabend einladen, führt Sauerbrei, der die Aktion „Rettet die Halle“ mit ins Leben gerufen hat, weiter aus. Am zweiten Weihnachtstag werde ein „Fan-Marsch“ mit Anhängern der „Crocodiles Hamburg“ von Timmendorfer Bahnhof bis zum ETC stattfinden. „Wir starten außerdem eine Crowdfunding-Aktion“, so Sauerbrei, also eine Art Finanzierung mit zahlreichen Kapitalgebern, „schon allein, weil wir bereits Spenden erhalten.“ Ein Fan habe 100 Euro für „Rettet die Halle“ überwiesen, andere sammelten bei einem Heimspiel 400 Euro von den Zuschauern ein. „Wir wollen unseren Teil beitragen, auch wenn wir wohl kaum auf 6,8 Millionen Euro kommen“, meint der Marketing-Mann.
Schon auf dem Markt sind „Retter-Shirts“, also T-Shirts mit dem Logo „Rettet die Halle“ für 15 Euro das Stück, die sich laut Sauerbrei gut verkaufen. Über 42000 Aufrufe verzeichnet ein Video, das Sven Gösch, sportlicher Leiter der „Crocodiles“ und Jugendtrainer in Timmendorf, sowie der ehemalige Stadionsprecher Dennis Jerry Kerkamm gedreht haben und in dem sie zu Solidarität mit den Timmendorfer ETC-Rettern aufrufen. Auf der Facebook-Seite „Rettet die Halle“ versuchen ebenfalls viele Fans, den Timmendorfern Mut zuzusprechen. „Beste Wünsche“ kommen unter anderem aus Bremerhaven von den „Fischtown Pinguins“. „Bei uns in Bremerhaven war der Bau einer neuen Eishalle vor ein paar Jahren auch ein umstrittenes Thema. Sie wurde gebaut, und es war die einzig richtige Entscheidung“, heißt es dort. „Der einzige Klub aus Schleswig-Holstein muss erhalten bleiben“, „Timmendorf ohne Eishalle ist wie Urlaub ohne Sonne“ oder „Ich bin für die Sanierung des ETC, weil dort so viel Nachwuchsarbeit betrieben wird“ lauten andere Beiträge.
„Wir möchten die Leute informieren, nicht überreden“, betont Sauerbrei. „Aber es muss auch klar gesagt werden, was vermutlich kommt, wenn es die Halle nicht mehr gibt: ein Hotel im Kurpark.“
Grundsätzlich seien die Vereine froh darüber, dass jetzt die Gemeinde ihr neuer Partner beim Betrieb des ETC ist. „Seither ist schon viel passiert, das freut uns sehr.“ Ein Blick in den vorläufigen, noch nicht beschlossenen Wirtschaftsplan des für die Anlage zuständigen Timmendorfer Kurbetriebes mag dabei zumindest nicht pessimistisch stimmen: Dort sind für 2017 vorsorglich die Mittel für den ersten Bauabschnitt der ETC-Sanierung eingestellt – 3,5 Millionen Euro.
Sabine Latzel

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Beitrag Mo 12. Dez 2016, 12:20

Re: EHC Timmendorf

ETC: Spielt die Politik ein falsches Spiel?

Timmendorfer Strand – Am 26. Februar 2017 soll es soweit sein. Dann entscheiden die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Timmendorfer Strand darüber, ob die Heimstatt des EHC Timmendorfer Strand und der Tennisabteilung des NTSV Strand 08, das Eissport- und Tenniscentrum, erhalten bleibt. Knackpunkt dabei sind die kolportierten Baukosten in Höhe von 6,8 Millionen Euro. Bisher ging man davon aus, dass auch die Gemeinde mit Bürgermeisterin Hatice Kara an der Spitze die Halle erhalten will, doch ein Brief an die Kinder und Jugendlichen in Timmendorfer Strand und Gespräche mit einem Investor hinterlassen den Eindruck, dass dies nicht (mehr) der Fall ist. Spielt die Politik also ein falsches Spiel?

„Wir haben vorsorglich, falls der Bürgerentscheid sehr positiv ausgeht, auch schon den ersten Bauabschnitt mit 3,5 Millionen Euro im Haushalt drin“, sagte die Bürgermeisterin vor rund zwei Wochen bei SAT.1. Gegenüber dem Radiosender R.SH erklärte Kara: „Wir haben dann eine Entscheidung, das ist für uns wichtig. Ob hop oder top, ich brauche eine Entscheidung! So oder so, es ist letztendlich die Entscheidung des Einzelnen.“ Aussagen, die eigentlich erkennen lassen, dass zumindest die höchste Repräsentantin der Gemeinde hinter einer positiven Entscheidung der Timmendorfer Bürger steht.

Doch unter der Woche tauchte ein Schreiben auf, der an die Kinder- und Jugendlichen in der Gemeinde adressiert war. Gemeinsam mit einem Anschreiben von Bürgermeisterin Kara wurde ein Info-Zettel (im Wortlaut siehe Bilder unten) verteilt, in dem die sechs bis 16-Jährigen über ihre Mitbestimmungsmöglichkeiten informiert werden. Wobei „informieren“ sehr vorsichtig zu sehen ist, denn viele Informationen werden den Kindern vorenthalten. Unabhängig von der nicht immer kindgerechten Wortwahl, hier sei der Unterschied Netto und Brutto erwähnt, werden einige Folgen verschwiegen.

Der Fakt, dass etwa 500 Kinder und Jugendliche ihre sportliche Heimat, egal ob beim Eishockey oder im Winter beim Tennis, verlieren, wird ebenso nicht erwähnt, wie die Tatsache, dass bei der Jugend beliebte Aktivitäten wie die Eisdisco nicht mehr möglich sein werden. Auch die eingangs erwähnte, bereits getätigte Rückstellung von Geld im Haushalt, wird mit keinem Wort angesprochen. Dafür wird darauf eingegangen, dass die Sanierung, hier sind mittlerweile 8,3 Millionen Euro veranschlagt, und auch der Betrieb des ETC viel Geld kostet. Fakten, die für sich genommen richtig sind, aber im Grunde den gleichen Stellenwert haben sollten, wie die nicht-genannten Argumente.

Parallel dazu soll von Politikern und Gemeindevertretern versucht worden sein, Vereine gegeneinander auszuspielen. So sollen Ratsmitglieder bei einem Spiel von Fußball-SH-Ligist NTSV Strand 08 dort anwesenden Vereinsvertretern mitgeteilt haben, dass bereits genehmigte Investitionen an der Strand-Arena bei einem positiven Bürgerentscheid zurückgehalten werden. Beim EHCT weiß man um dieses „Vorgehen“ und ist entsprechend verstimmt, äußern wollte man sich dazu aber nicht.

Ein neuer Hammer kommt aber noch. Nach HL-SPORTS Informationen sollen sich Gemeindevertreter mit einer Investorengruppe getroffen haben, um das ETC wieder zu privatisieren. Allerdings nicht als reine Eissport- oder Mehrzweckhalle, sondern als Hotel mit angeschlossener Eisbahn. Dazu will diese Gruppe, zu der mutmaßlich auch die deutsche Eishockey-Legende Dieter Hegen gehören soll, einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand nehmen. Sollte sich die Gemeinde für diesen Weg entscheiden, wäre dies ebenfalls das Ende für den Eishockey- und für den winterlichen Trainingssport in Timmendorfer Strand.

Es bleibt also die Frage vom Anfang: spielt die Politik ein falsches Spiel? Der Eindruck verhärtet sich auf jeden Fall und die Zeit rennt so langsam davon. Es bleibt zu hoffen, dass die Bürgerinnen und Bürger am 26. Februar 2017 eine richtige Entscheidung zu Gunsten des Sports treffen.

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Beitrag So 25. Dez 2016, 21:36

Re: EHC Timmendorf

Schöne Bescherung: Chaos beim EHCT Timmendorf
Vorsitzender des Eishockey-Oberligisten zurückgetreten, Marketing-Team steigt aus.

Nach einer turbulenten Mitglieder-versammlung droht dem Eishockey-Oberligisten EHC Timmendorf eine Bruchlandung.

. Vorweihnachtliche Überraschung beim EHC Timmendorfer Strand 06: Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ist der Vereinsvorsitzende Hans Meyer nach zehn Jahren im Amt zurückgetreten, ein Nachfolger soll innerhalb der nächsten Wochen auf einer weiteren Mitgliederversammlung gewählt werden.
Im Moment ist aber fraglich, ob es überhaupt einen Kandidaten gibt, denn der Klub von der Ostsee ist tief gespalten, was die künftige Ausrichtung der Beach Boys angeht. Und statt zu einer gemeinsamen Lösung kam es zum Eklat – mit der Folge, dass das Marketing-Team des EHCT um Dennis Sauerbrei und Bastian Wegner dem Verein künftig nicht mehr zur Verfügung steht.
Hintergrund: Die Fraktion um Sauerbrei und Wegner wollte professionellere Strukturen, die Oberliga-Mannschaft ausgliedern und in eine GmbH umwandeln, einen Sportdirektor installieren. Doch dazu hätte man natürlich auch die Führung des Vereins übernehmen müssen – und das ging gründlich schief.
Es war in Timmendorf ein offenes Geheimnis, dass Sauerbrei das Erbe von Hans Meyer antreten sollte. Doch zur Wahl eines neuen 1. Vorsitzenden kam es erst gar nicht, weil die Satzung des EHCT 06 vorschreibt, dass ein Nachfolger erst auf einer weiteren Mitgliederversammlung gewählt werden kann.
Gewählt wurde allerdings ein 2. Vorsitzender, denn Stephan Hildebrandt, der turnusmäßig zur Wahl stand, trat nicht wieder an. Doch statt des vom Sauerbrei-Team unterstützten Timo Lichtenfeld votierten die EHCT-Mitglieder mit 34 zu 25 Stimmen für die überraschend vorgeschlagene Gegenkandidatin Anna Carstens. Das war dann offenbar der Tropfen, der das Timmendorfer Pulverfass zum explodieren brachte, und das Chaos nahm seinen Lauf. Sauerbrei, Wegner und Co. sahen keine Möglichkeit mehr, den Verein in die von ihnen geplante, professionellere Zukunft zu führen und zogen die Konsequenzen. Bereits gestern räumten sie ihre Schreibtische im ETC.
Das große Problem: Weil auch Schatzmeister Martin Klemer nur eingeschränkt zur Verfügung steht und der Posten des 1. Vorsitzenden vakant ist, muss Anna Carstens als Vorstands-Frischling den Klub erst einmal allein führen. Und das vor dem Spiel des Jahres am Montag (18 Uhr) gegen die Crocodiles aus Hamburg, für das bereits mehr als 1200 Karten verkauft sind und bei dem mit zahlreichen Aktionen für die Rettung der Halle, über die in Timmendorf am 26. Februar per Bürgerentscheid abgestimmt wird, geworben werden soll.
„Wenn ich geahnt hätte, dass die Sache so eskaliert, hätte ich es gelassen. Mir geht es nur um den Verein und den Erhalt der Halle – und ich hatte gehofft, dass ich zwischen den Parteien vermitteln kann“, sagte die 33-jährige Ahrensburgerin. Und diese Hoffnung hat Carstens auch noch nicht aufgegeben. „Es ist Wahnsinn, was gerade Dennis Sauerbrei in den vergangenen Wochen und Monaten für den Verein geleistet hat und ich hoffe, dass wir konstruktiv miteinander reden können, wenn sich die Lage wieder etwas beruhigt hat.Meine Stimme als 1. Vorsitzender hätte er auf jeden Fall bekommen.“
Doch im Moment ist an ein friedliches Miteinander nicht zu denken. Beim EHCT brennt vor Weihnachten der Baum.

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Beitrag Do 29. Dez 2016, 17:16

Re: EHC Timmendorf

Hallo Preussenfans,

mit dem ausfüllen der im Link angehängten Petition:

https://www.openpetition.de/petition/on ... fer-strand

könnt ihr zum Erhalt der Eishalle in Timmendorf und somit zur weiteren Teilnahme des EHC Timmendorfer Strand 06 am Spielbetrieb in der Eishockey Oberliga Nord unterstützen.

Unterstützt bitte zahlreich, es fehlen noch viele Unterschriften.

Vielen Dank an alle!

_________________
8 O'Regan 16 Holzmann 18 Schwindt 23 Krinner 23 Panek † 28 Merk

Einmal Preusse immer Preusse

Preussen im Grizzly / Indianerland
8 O'Regan 16 Holzmann 18 Schwindt 23 Krinner 23 Panek 28 Merk

Einmal Preusse immer Preusse

Preussen im Indianerland

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Beitrag Mo 27. Feb 2017, 09:23

Re: EHC Timmendorf

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Beitrag Mo 17. Apr 2017, 13:38

Re: EHC Timmendorf

Dave Rich verlässt den EHC Timmendorfer Strand! +++

Der EHC Timmendorfer Strand wird den ausgelaufenen Vertrag von Dave Rich zur kommenden Saison in der Oberliga Nord nicht verlängern. "Dave hat hier in in einem schwierigen Jahr tolle Arbeit geleistet und einen großen Umbruch im Kader auf den Weg gebracht. Aber er hat hohe sportliche Ambitionen und wird auch bei einigen anderen Klubs heiß gehandelt. Wir wollen ihm da keine Steine in den Weg legen," sagt Timmendorfs erster Vorsitzender, Dennis Sauerbrei.

Der EHC Timmendorf ist aktuell schon auf der Suche nach einem neuen Coach. Sportdirektor Marcus Klupp hat bereits einige Gespräche mit potentiellen Kandidaten geführt. „Wir hoffen, dass wir bis Ende April einen Nachfolger für Dave Rich präsentieren können," so Sauerbrei weiter. Auch Dave Rich äußerte sich über seine Zukunft: „Ich rede mit einigen Vereinen, unterschrieben ist aber noch nichts," so der Deutsch-Kanadier. Rich blickt zudem Stolz zurück auf das Jahr an der Ostsee. Das Ziel des direkten Klassenerhaltes wurde geschafft und Dave Rich fühlte sich am Timmendorfer Strand wohl.

Nach eingehenden Gesprächen in den vergangenen Wochen haben sich dennoch beide Seiten gegen eine Fortsetzung des bisherigen Verhältnisses, einvernehmlich und freundschaftlich entschieden. Wir wünschen Dave auf seinem weiteren Weg alles Gute und bedanken uns für das vergangene Jahr!

IHP
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